Minox

Irgendwann kommt man als Sammler automatisch zur Minox. Jeder kennt sie, viele hatten mal eine und haben sie irgendwo verloren, aber alle haben sie gemocht, wenn nicht sogar geliebt. Die Minox ist, bis heute noch, etwas Besonderes geblieben.

Minox B

Minox B

Entwickelt wurde die „Agentenkamera“ im lettischen Riga von Walter Zapp der eine kleine , leichte, in einer Hand zu versteckende Kamera haben wollte. Dieses Projekt ist ihm wahrlich gelungen. Mit einer Bewegung wird der Verschluss gespannt, mit einer Drehung die Zeit eingestellt und schon kann ausgelöst werden. Die Blende kann vernachlässigt werden, denn das 15mm Complan Objektiv arbeitet mit einer Festblende von 3,5. Durch das spezielle Filmformat von 8 X 11 mm ergibt sich dennoch ein Bildwinkel entsprechend eines 50mm Objektivs bei Kleinbild. Eine Spezialität war der automatische Parallaxeausgleich des Suchers. Je nach Entfernungseinstellung dreht sich der Sucher in Richtung Objektiv. Vorteilhaft war auch der Einbau  zweier Farbfilter die vor das Objektiv geschoben werden konnten. Meine kleine Minox ist eine vollmechanische Minox B mit eingebautem und gekuppelten Belichtungsmesser. Baujahr ca. 1960.


Minox C

Ab 1969 hielt auch in den bis daher vollmechanischen Kleinstbildkameras die Moderne Halbleitertechnik Einzug. Bei der Minox C wurde per CdS-Belichtungsmesser und Transistorsteuerung eine Belichtungsautomatik realisiert. Die mechanisch einstellbaren Zeiten werden nur noch beim Blitzen und zur individuellen Bildgestaltung benötigt. Ein Freilauf für den Filmtransport der unabsichtliches Weiterschalten verhindert konnte bei der Minox C ebenfalls zum ersten Mal eingebaut werden. Das meiste Zubehör der Vorgängermodelle wie das Stativ oder Aufsteckblitzgeräte kann auch an diesem kleinen Fotoapparat verwendet werden.


Entwicklerdose

Minox Entwicklerdose

Unverzichtbar bei der Entwicklung der belichteten Minoxfilme ist die speziell konstruierte Entwicklerdose. Der Film kann bei vollem Tageslicht in die Dose eingespult werden. Eine kleine Menge Entwicklerflüssigkeit (53ccm) eingießen, ab und zu den mitgelieferten Thermometer auf und ab bewegen um eine gute Zirkulation zu gewährleisten und nach der Zeittabelle des Entwicklers arbeiten.
Anschließend wässern und fixieren. Dann erst die Dose öffnen, den Film entnehmen und trocknen. Bei den noch erhältlichen schwarz-weiß Filmen funktioniert das prächtig und es ist immer eine Freude, die fertigen Negative in ihrer für das kleine Format bestechenden Auflösung zu betrachten.

12_10_28

Zum ersten Anschauen der Negative bietet sich die speziell für Dias entwickelte und mit einer Lupe versehene Stanze an.


Minox 35 ML mit Blitz MT 35

Die Fa. Minox erweiterte ab 1974 ihre Produktpalette auf den 35mm Kleinbildfilm, mit der Vorgabe die Kameras nicht größer zu bauen als absolut nötig. Im Jahr 1985 wird mit der Minox 35 ML das neue Spitzenmodell vorgestellt.Ausgerüstet mit einem scharf zeichnenden 35mm Minotar 4 Linsen Objektiv, Programm- und Zeitautomatik (mit Blendenvorwahl), Selbstauslöser sowie die Anzeige der wichtigsten Funktionen im Sucher per Leuchtdioden (automatisch der Helligkeit angepasst) lässt diese Kamera im Zigaretten Schachtelformat kaum Wünsche offen. Als schnelle Schnappschussknipse mit hervorragenden optischen Eigenschaften sollte dieses Qualitätsprodukt in keiner Jackentasche fehlen.


Minox silber 01

Minox Prototyp

Minox silber 02

Minox Prototyp

Auch die Fa. Minox kam nicht umhin in den ausgehenden 80er Jahren nach neuen Kaufanreizen zu suchen.  Es wurde eine Minox 35 ML in Metallausführung angedacht. Der Kniff an diesem Apparat sollte eine Metallisierung des vorhandenen Makrolon Gehäuses sein um das Gewicht nicht unnötig in die Höhe zu treiben. Gefertigt wurden nach Mitarbeiteraussagen ca. 5 Prototypen wie hier zu sehen. Leider erwies sich das Kameragehäuse nun als elektrisch leitend. Durch die engen Platzverhältnisse liess sich keine zuverlässige Isolierung der elektronischen Bauteile mehr realisieren. Das Projekt wurde eingestellt.


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